Gemeinschaftliches Wohnen in der Magdalenenstraße 19

Wer wir sind und was wir planen

Wir sind etwa 60 Menschen und umfassen mehrere Generationen – von einige Monate bis mächtig grauhaarig. Viele von uns arbeiten in den unterschiedlichsten Berufen: Von Sozialarbeiter/in, Rechtsanwältin bis freie Medienschaffende, einige von uns studieren noch oder machen eine Ausbildung. Viele sind gesellschafts- und gewerkschaftspolitisch engagiert. Der Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Form des Zusammenlebens, in der wir mehr als bloß Mietparteien im stillen Nebeneinander sein wollen, führte uns zusammen. Wir wollen in der Magdalenenstraße 19 verwirklichen, was in einzelnen und verstreuten Mietwohnungen nur schwer möglich ist: Unseren Wohnraum mit Gemeinschaftsflächen im Erdgeschoß, die auch öffentlich genutzt werden können, und auf dem Dach gemeinsam gestalten und uns gegenseitig bei großen und kleinen Problemen im Alltag wie dem Einkaufen/Kochen, bei Krankheit oder der Kinderbetreuung unterstützen. Mit dem Kauf der Magdalenenstraße 19 wollen wir auch den explosiv steigenden Mieten und der damit verbundenen Ausgrenzung vieler Menschen in Berlin entgegen treten. Indem wir als Gemeinschaft dem Immobilienmarkt ein Haus entziehen stellen wir sicher, ein konstantes Mietniveau halten zu können und somit vielen Menschen auch in ferner Zukunft bezahlbare Mieten und öffentlichen Raum zu ermöglichen. Wir fühlen uns dem Grundsatz verpflichtet, nicht einer Steigerung des Mietspiegels in die Arme zu arbeiten und werden entsprechend kostengünstig bauen und Wohnraum konzipieren.

Das Haus : Magdalenenstraße 19

Das Haus befindet sich in der Magdalenenstraße 19 im Stadtteil Lichtenberg und ist Teil des ehemals dort angesiedelten Verwaltungskomplexes des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Links neben uns befinden sich ein Wohnheim für “minderjährige Asylsuchende” und direkt gegenüber das Frauengefängnis.

Öffentliche Räume

Die Räume im Erdgeschoß sind gut geeignet, einen konkreten politisch-sozialen und kulturellen Gebrauchswert für unsere neuen Nachbar_innen und Freund_innen zu haben. Ideen für die Nutzung gibt es bereits viele: Von kulturellen Veranstaltungen wie Lesungen, politischen Veranstaltungen – z.B. zu Nazis im Stadtteil –, zu sozialen Aspekten wie Lerngruppen, Yoga-Gruppen usw... Für konkrete Ideen und Vorschläge sind wir offen und freuen uns, wenn ihr/Sie uns ansprechen oder uns schreiben.

Rechtliches - die GmbH und das Mietshäuser Syndikat

Für die finanzielle Realisierung der Magdalenenstr. 19 haben wir zunächst eine GmbH gegründet. In ihr existieren zwei Gesellschafter_innen: Wir, die Mieter_innen in Form eines Hausvereins und das Freiburger Mietshäuser Syndikat. Dieser Wohnprojekteverbund besteht seit über 20 Jahren. In ihm sind bundesweit mehr als sechzig Häuser zusammengeschlossen, in Berlin sind es schon mehr als 10 erfolgreiche Hausprojekte. Das Ziel des Verbunds ist es, Wohnraum zu erhalten, den möglichst alle Menschen bezahlen können. Er unterstützt ehrenamtlich Häuserprojekte wie die Magdalenenstraße bei der Erstellung von Finanzierungsplänen und mit bautechnischer Beratung. Durch unsere Organisationsform ist rechtlich ausgeschlossen, dass selbst ein mit Mehrheit der Bewohner_innen beschlossener Weiterverkauf des Hauses zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann. Das ist uns sehr wichtig, da nur damit dauerhaft garantiert ist, dass das Haus langfristig dem Wohnungsmarkt entzogen bleibt und dadurch stets im Besitz derer ist, die darin wohnen. Die Entscheidung darüber, was darüber hinaus rund ums und im Haus geschieht, trifft der Hausverein, in dem alle Bewohner_innen Mitglied sind. Wer, wenn nicht wir, können schließlich am besten wissen, was saniert werden muss oder wie Gemeinschaftsflächen genutzt werden sollen.

Weitere Informationen über das Mietshäuser Syndikat finden Sie/du unter www.syndikat.org.

Bei Nachfragen können Sie uns eine Mail an info [at] wilma19.de schreiben.