Lieber 1000 FreundInnen im Rücken als eine Bank im Nacken...

Vielleicht haben Sie sich bereits gefragt, woher das Geld für dieses nicht ganz alltägliche Kaufvorhaben kommt. Dies wollen wir in den folgenden Absätzen erklären.

Rechtliches - die GmbH und das Mietshäuser Syndikat

Zunächst einmal gründeten wir für die finanzielle Abwicklung des Projekts eine GmbH. In ihr sind als MitgesellschafterInnen zum einen wir alle in Form unseres Hausvereins und zum anderen das Mietshäuser Syndikat - der Verein, der die ganzen Einzelhausprojekte als Mitglieder versammelt hat - vertreten. Dieser bereits seit über 20 Jahren bestehende Freiburger Wohnprojekteverbund ist bundesweit an über fünfzig, in Berlin an bereits über 10 erfolgreichen Hausprojekten beteiligt. Seine Richtschnur ist dabei die Erhaltung von Wohnraum, der möglichst für alle Menschen bezahlbar sein soll. Das Syndikat selbst hilft Projektinitiativen wie unserer durch seine ehrenamtliche Arbeit bei der Erstellung von Konzepten und Finanzierungsplänen sowie baulicher und anderweitiger Beratungen. Im Gegensatz zur Organisation etwa in einer Genossenschaft kann das Syndikat durch die Teilhabe als Mitgesellschafterin in dieser GmbH einen – etwa durch die Mehrheit der BewohnerInnen beschlossenen – Weiterverkauf des Hauses zu einem späteren Zeitpunkt rechtlich verhindern. Es ist anders ausgedrückt also der Garant dafür, dass die Immobilie dauerhaft der Spekulation entzogen bleibt und stets im Besitz der Mieter_innen ist, die drin wohnen. Die Entscheidung darüber, was abseits davon rund ums und im Haus geschieht, obliegt dem Hausverein, in dem alle Bewohner_innen Mitglied sind. Wer, wenn nicht wir selbst, könnten schließlich besser wissen, was saniert werden muss oder wie Gemeinschaftsflächen genutzt werden sollen. Wenn du weitere Informationen über das Mietshäuser Syndikat selbst haben möchtest, kannst du auch im Internet unter www.syndikat.org nachschauen.

Finanzierungsmodell

Die Zinslast einer Finanzierung einzig durch einen Bankkredit wäre für Projekte mit sozialer Zielsetzung wie unseres in den meisten Fällen zu hoch. Hohe Zinsen für Kredite bedeuten hohe Mieten, auch die finanzielle Abdeckung der öffentlichen Räume wäre nur schwierig zu realisieren. Um dennoch eine solide Finanzierung zu ermöglichen, wurde ein alternatives Modell entwickelt, welches auf zwei Säulen basiert. Demnach kommt lediglich etwa zwei Drittel des Geldes von einer Bank. Der andere Teil speist sich aus sogenannten Direktkrediten (Nachrangdarlehen), die wir im Umfeld unserer Verwandten, FreundInnen und Bekannten sammelten. Direktkredite bedeuten, dass Unterstützer_innen dem Projekt einen Geldbetrag ab einer Höhe von 500 Euro leihen können. Je nach Wunsch erhalten Sie dafür zwischen 0,25% und 1,5% Zinsen.

Solche Nachrangdarlehen werden im Falle einer Insolvenz als letzte, also nach anderen Gläubigern (z.B. die Bank) bedient. Diese Geldanlage ist also mit Risiken verbunden, dessen sich die DarlehensgeberInnen bewusst sind und die sie eingehen, weil nicht die Kapitalerträge Anlass ihres Kredits sind, sondern der Wunsch, uns zu unterstützen. Die monatlichen Mieteinnahmen sind dabei die solide Basis für die konstante Rückzahlung dieser finanziellen Leihgaben. Direktkredite heißen diese auch, weil sie in direkter Verbindung zu uns stehen. Die Kreditgeber_innen bekommen regelmäßig Informationen über die Nutzung ihres Geldes und können sich jederzeit direkt vor Ort ein Bild von der Entwicklung des Projekts machen.